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Materiallexikon

Holzschliff

 
Holzschliff ist ein natürliches Produkt, welches aus entrindeten Baumstämmen oder Ästen hergestellt wird. Gefällte Bäume oder abgesägte Äste werden in etwa 1 Meter lange Blöcke, sogenanntes Meterholz, zersägt und zum Trocknen gelagert. Im Anschluss werden die Blöcke unter der Zugabe von heißem Wasser mit Schleifsteinen gepresst und schließlich zum Endprodukt geformt.
 
Derart verarbeitetes Holz wird industriell zur Herstellung von Kartons, Zeitungspapier und Einweg Geschirr genutzt. Für Stabilität sorgt das im Holz enthaltene Lingin. Dies ist ein Zellstoff, welcher das Pflanzengewebe verbindet und bei Papier, die enthaltenen Fasern zusammenhaltend, für Elastizität und Reißfestigkeit sorgt. Holzschliff ist als Naturprodukt zu 100 Prozent biologisch abbaubar und daher äußerst umweltfreundlich.
 
Teller aus diesem Material sind sehr stabil und bis zu 180°C hitzebeständig, so dass Speisen in der Mikrowelle oder im Backofen erwärmt werden können. Sie finden daher als Einweggeschirr gerne auf öffentlichen Veranstaltungen und an Schnellimbissen Verwendung.
 
Weitere Informationen zu Holzschliff.
 
 
 

Polymilchsäure (PLA)

 
Polymilchsäure (englisch: "polylactic acid" oder "polylactide"; abgekürzt: PLA) ist ein vielseitig nutzbarer Kunststoff und, da umweltfreundlich abbaubar, besonders geeignet zur Herstellung von Einweg Produkten. Als Basis für die Endprodukte dient Granulat in unterschiedlichen Qualitäten.
 
Aus PLA werden Folien, Verpackungsmaterialien, Dosen, Einwegbecher, Einweggeschirr und Flaschen hergestellt. In der Lebensmittelindustrie kommt der Kunststoff überwiegend bei Joghurtbechern, Fleisch- und Obstschalen und Bechern für Getränke zum Einsatz. Diese Einweg Verbrauchsmaterialien können nach der Nutzung umweltfreundlich entsorgt werden. Weitere Einsatzgebiete sind Komponenten der Bauindustrie, Automobilindustrie und Elektrotechnik. In der Medizin findet Polymilchsäure bei vom Körper resorbierbaren Schrauben, Implantaten und Nahtmaterialien Verwendung.
 
Polymilchsäure ähnelt in seinen Eigenschaften anderen thermoplastischen Kunststoffen und zeichnet sich durch eine hohe Festigkeit aus. Durch die Zugabe von Füllstoffen bei der Herstellung wird eine höhere Temperaturbeständigkeit erreicht. Der Basisstoff von PLA sind nachwachsende Rohstoffe wie Glucose, welche in Milchsäure und Dilactid umgewandelt schließlich zu den Rohstoffen für die thermische Weiterverarbeitung als Kunststoff werden. PLA zählt mit seinen aneinander gebundenen Molekülen zu den Polymeren.

PLA wird aus schnell nachwachsenden Rohstoffen wie Zuckerrohr oder Mais hergestellt. Aus diesem Grund gilt Polymilchsäure als Kunststoff der Zukunft. Eine Variante sind sogenannte PLA-Blends, welche dieselben umweltfreundlichen Eigenschaften aufweisen wie PLA, jedoch belastbarer sind. Sie sollen langfristig das Polyethylen und Polypropylen insbesondere bei Einweg Verpackungen und Wegwerfgeschirr ablösen. Auch in der Landwirtschaft ist der umweltfreundliche Kunststoff eine sinnvolle Alternative, da sich beispielsweise Mulchfolien nach der Nutzung einfach kompostiert werden können.
 
 
 

Polycarbonat (PC)

 
Polycarbonat ist ein synthetisch gefertigter thermoplastischer Kunststoff aus der Familie der Polyester. Die Verarbeitung erfolgt meist durch Erhitzung und Spritzgießen. Das auch unter der Abkürzung PC bekannte Material ist lichtdurchlässig, stabil, belastungsfähig, schlagfest und relativ hitzebeständig. In seiner Grundeigenschaft durchsichtig, kann es in beliebigen Tönen eingefärbt werden.
 
PC eignet sich zur Herstellung der Gehäuse von Haushaltsgeräten, isolierender technischer Komponenten wie Stecker oder Schalter, das sogenannte Plexiglas, für Schutzhelme, Visiere, CDs und DVDs. Da Polycarbonat gegen Kohlensäure, neutrale Flüssigkeiten, Speiseöl und haushaltsübliche Reinigungsmittel unempfindlich ist, ist es weiterhin in der Lebensmittelindustrie als Behältnis für heiße und kalte Getränke zugelassen.
 
Aufgrund der Stabilität des Kunststoffes findet er als Mehrweg Variante für Gläser und Tassen Verwendung. Die Mehrweg Fähigkeit macht Polycarbonat zu einem umweltfreundlichen Kunststoff.
 
 
 

Polyethylenterephthalat (PET)

 
Bei Polyethylenterephthalat, kurz PET, handelt es sich um einen durch die Erhitzung von Terephtalsäure und Ethylenglykol hergestellten Kunststoff. Durch das thermische Verfahren verbinden sich die Moleküle zu einem stabilen und gut weiterzuverarbeitenden Material.
 
In der Industrie findet das zu den Polyestern zählende Polyethylenterephthalat zur Herstellung von Folien, Verpackungsmaterial, Sportbekleidung, den Gehäusen technischer Geräte und verschiedenen Einzelkomponenten aus Kunststoff Verwendung. Aufgrund seiner Beständigkeit und der glatten Oberfläche ist PET auch in der Lebensmittelindustrie für Einweg und Mehrweg Produkte zugelassen. Es werden vor allem Behältnisse für Getränke wie Flaschen oder Becher daraus gefertigt.
 
Da PET recyclingfähig ist, zählt es als wieder verwendbares Mehrweg Material zu den umweltfreundlichen Stoffen. Auf Veranstaltungen aller Art kommen überwiegend Einweg Becher aus Polyethylenterephthalat für kalte Getränke zum Einsatz.
 
 
 

Polypropylen (PP)

 
Die Herstellung von Polypropylen (PP) erfolgt durch aus Erdöl oder Erdgas stammendem Propen, welches durch ein thermisches Überdruckverfahren weiterverarbeitet wird. Das Ergebnis ist ein Granulat, das zur Fertigung der Einweg und Mehrweg fähigen Endprodukte verwendet wird. Deren Beschaffenheit variiert mit dem Herstellungsverfahren.
 
Polypropylen findet industriell unter anderem in der Produktion von Folien, Verpackungsmaterialien, Textilien, Dämmstoffen, den Gehäusen technischer Geräte, Kabelummantelungen und Rohrleitungen sowie zur Innenausstattung von Fahrzeugen Verwendung. Um die Belastungsfähigkeit zu erhöhen, werden im Herstellungsprozess Stabilisatoren hinzugefügt.
 
Die Zulassung von PP im Lebensmittelbereich beruht auf der Unempfindlichkeit gegen Flüssigkeiten, Öle, Lösungsmittel, Säuren und Laugen. Es wird sowohl Einweg wie auch Mehrweg Geschirr aus PP hergestellt. Aufgrund der isolierenden Eigenschaft bleibt die Temperatur warmer Speisen in den Kunststoff-Verpackungen erhalten, weiteres gängiges Geschirr aus PP sind Becher, Kaffeebecher to go und Teller.
 
 
 

Polystyrol (PS)

 
Der Kunststoff Polystyrol (PS) ist in vielen Bereichen des täglichen Lebens anzutreffen. Die wohl bekannteste Variante ist Styropor. Daneben sind zahlreiche harte Kunststoff-Elemente an Haushaltsgeräten aus gehärtetem Polystyrol gefertigt. Aufgrund einer Versuchsreihe, welche die Eigenschaften verschiedener Materialien verglich, erfolgte auch eine Zulassung als Lebensmittelverpackung.
 
Die Beschaffenheit dieses Kunststoffes ist abhängig vom Verarbeitungsprozess. Entsprechend unterscheiden sich die Wärmebeständigkeit und die Stabilität. Zur Herstellung schlagfester Materialien wird durch die Zugabe von Kautschuk die Zähigkeit erhöht, während Einweg-Produkte und Schaumstoffe direkt aus der Verarbeitung der Ausgangskomponente Styrol entstehen. Bei Styrol handelt es sich um eine Flüssigkeit, die durch eine chemische Reaktion ihre innere Struktur verändert.
 
In der Lebensmittelindustrie kommt der Kunststoff als Verpackungsmaterial und als Einweggeschirr zum Einsatz. Als Verpackung hält der Kunststoff die Nahrung frisch und schützt sie vor dem Eindringen schädlicher Mikroorganismen. Aus Polystyrol hergestelltes Einweggeschirr ist stabil und praktisch bei öffentlichen Veranstaltungen oder beim Grillen im Freien.